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06.10.2026 Kategorie: Hornburg, Pfarrverband, Werla

Via Romea Teil 2

von Heiningen nach Schweinfurt

Auch dieses Jahr machten sich wieder sechs Pilgerinnen und Pilger auf den Weg, den Pilgerweg von Stade nach Rom per Fahrrad fortzusetzen. Hatten wir im letzten Jahr die Strecke von Stade bis Homburg bewältigt so galt es in diesem Jahr, von Hornburg bis Schweinfurt zu radeln.

1. Tag

Nach einem gemeinsamen Gottesdienst in Heiningen machten wir uns frohgemut auf den Weg.  Unser erstes Etappenziel war Wernigerode und es gab gleich auf den ersten Kilometern einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Tagen erwarten würde. Denn es galt die ersten Höhenmeter zu überwinden und teilweise unwegsames Gelände zu bewältigen. So kam es bei unserer Mitfahrerin Sieglinde auch zu einem kleinen Sturz, der aber zum Glück ohne große Folgen blieb.

Im Wernigerode angekommen fanden wir Unterschlupf bei einer „furchtbar“ netten Herbergsmutter, die uns in ihrer kleinen Wohnung aufnahm. Sie hatte für uns gekocht und lud und sogar noch zu einer kleinen privaten Stadtführung ein.

2. Tag

Nach der ersten Nacht entschied sich Sieglinde, nicht zuletzt aufgrund ihres Sturzes, uns nicht weiter zu begleiten und wir mussten voneinander Abschied nehmen. - Ob sie geahnt hat, was uns erwartet? …

… der Harz und eine fast 70 Kilometer lange Etappe mit ca. 900 Höhenmetern, bis nach Nordhausen. Aufgrund der für Fahrräder schlecht geeigneten Wege entschlossen wir uns, am Nachmittag auf die Straße auszuweichen und kämpften uns so zum Ziel vor.

Puh – was waren wir dankbar, als in dem Rüstzeithaus der Kirchgemeinde Nordhausen-Salza richtige Betten und eine Dusche auf uns warteten. Am Imbiss und im Supermarkt konnten wir auch noch leckeres Essen und Getränke kaufen, so dass wir den Abend gemütlich ausklingen lassen konnten.

3. Tag

Auch die dritte Etappe hatte es in sich, 68 Kilometer mit erneut 900 Höhenmetern nach Kirchheilingen standen auf dem Plan. Das bergige Gelände erwies sich bei dieser Etappe als echte Herausforderung und gefühlt bauten sich die Steigungen wie eine Wand vor uns auf. Da es ein sehr steiniger Weg war, mussten wir teilweise schieben, denn einmal zum Stehen gekommen, gelang es nicht wieder loszufahren.

In Kirchheiligen wartet eine tolle Überraschung auf uns. Unsere Mitfahrerin Gabi feierte an diesem Tag ihren 49. Hochzeitstag und ihr Mann Klaus hatte sich extra mit einer großen Proviantkiste auf den Weg gemacht, um seine Frau zu überraschen - welche Freude.

Übernachtet haben wir im örtlichem Pfarrhaus und im nur wenige Gehminuten entfernten Restaurant konnten wir lecker zu Abend essen.

4. Tag

Am vierten Tag ging es quer durch Thüringen über Bad Langensalza und Gotha nach Friedrichroda. Auf dieser Etappe waren die Regenwolken unser ständiger Begleiter. Wir schaffen es zwar fast trocken an unser Ziel zu kommen, aber die Wege waren teilweise so aufgeweicht, dass unsere Fahrräder eine kleine kostenlose Schlammpackung bekamen.

In Friedrichrosa erwartete uns das kath. Gemeindehaus zur Übernachtung, wieder mit Dusche und fast direktem Zugang zur Kirche. Besonders beeindruckend war in der Kirche ein moderner Kreuzweg, der aus sehr aufwändigen Intarsienbildern bestand.

5. Tag

Weiter ging es, über den Rennsteig, vorbei an Schmalkalden und Meiningen nach Mellrichstadt, wunderschönen Städten, für die man eigentlich gerne viel mehr Zeit gehabt hätte. Da wir inzwischen davon Abstand genommen hatten, möglichst immer den originalen Wegverlauf der Via Romea zu befahren, ersparten wir uns an diesem Tag viele Höhenmeter und benutzen in weiten Teilen den Werra-Radweg, der uns trotz stetem Gegenwind einigermaßen bequem ankommen ließ. Auch in Mellrichstadt hat uns die kath. Kirche ihren Gemeindesaal zum Übernachten zur Verfügung gestellt und wir konnten einen schönen letzten Abend verbringen.

6. Tag

Die letzte Etappe führte uns schließlich nach Schweinfurt, dem diesjährigem Gesamt-Etappenziel.

Wieder ging es über verschiedene Radwege quer durch die Rhön, wobei zum Glück keine wirklich großen Steigungen zu meistern waren. „Wir hatten es geschafft! - angekommen“

Durch vier Bundesländer, über den Harz, den Rennsteig und durch die Rhön hat uns die diesjährige Pilgerfahrradtour geführt. Insgesamt 376 Kilometer und 3687 Höhenmeter wurden überwunden. Dabei erwies es sich als größte Herausforderung, dass wir, anders als Abt Albert 1236, nicht zu Fuß, sondern mit dem Fahrrad unterwegs waren.

Teilweise schwer zu überwindende Höhenzüge und sehr unwegsames Gelände veranlassten uns dazu, zunehmend nach Radwegen Ausschau zu halten, die nicht genau auf dem Pilgerweg verliefen, dafür aber gut befahrbar waren. Und das gelang, nicht zuletzt dank der via Roma App und Google Maps am Ende richtig gut, so dass wir frohgemut auch auf die nächste Tour 2027 schauen. Sie startet übrigens voraussichtlich am 5. September 2027 und wird uns von Schweinfurt nach Igling in Bayern führen.

Wieder einmal als vorteilhaft erwies es sich, dass wir ein Begleitfahrzeug dabeihatten und nicht unser ganzes Gepäck mit den Fahrrädern transportieren mussten. Immer im Wechsel fuhren wir den VW-Bus und so hatte jeder einmal die Möglichkeit, eine kleine Pause einzulegen.

Ständiger Begleiter unserer diesjährigen Pilgerfahrradtour war Mose. Jeden Tag, morgens, mittags und abends wurde uns seine Geschichte ein Stück nähergebracht. Gebete und Impulse haben uns immer wieder zum Nachdenken angeregt und wir konnten auf dem Sattel überlegen, was jeden einzelnen von uns mit Mose verbindet. Die Zeit mit den gemeinsamen Gebeten, Mahlzeiten und Pausen, den schönen Eindrücken entlang der Strecke und den vielen Erlebnissen wird in uns allen sicherlich noch lange nachklingen. Nun freuen wir uns auf das nächste Jahr, wenn es in Schweinfurt weitergeht, Richtung Süden.

Beitrag von Re4gina Kluge und Frank Ahlgrim